Meditation des furchtlosen Herzens

Wolken

Einatmen – was du brauchst.
Ausatmen – lass los.

Ich gehöre zu den Leuten, die sich mit Meditation sehr schwertun. Ich halte es kaum aus, ruhig zu sitzen und finde es wahnsinnig anstrengend, meinen Gedanken im Kopf hinterher zu springen. Ziel ist ja, dass diese sich irgendwann beruhigen und eine wohltuende Stille erklingt. Nur dann hat man die Chance, die viel leisere innere Stimme zu hören, die uns sagt, was wir eigentlich wollen und brauchen. Die hilft, als man selbst zu handeln, zu fühlen, zu denken. Als die Person, die man wirklich ist. Nicht die Person, die gerade gestresst ist vom Chef, aufgelöst nach einem Streit oder genervt von den herumliegenden Socken.

Mein persönliches Mantra
Immer wenn ich merke, ich bin gerade sehr weit weg von der Person, die ich gerne sein würde, denke ich an das, was das ich gerade brauche. Ein Wort. Ruhe. Selbstbewusstsein. Kraft. Oder etwas ganz anderes. Jeder findet vermutlich etwas, von dem er manchmal gerne mehr hätte. Ich denke ganz fest an dieses Wort und atme es tief ein in mein Innerstes.
Das Gleiche mache ich mit einem Wort, dass das ich in diesem Moment gerne loslassen würde. Stress. Angst. Unsicherheit. Was ich eben gerade nicht brauche. Und ich atme es ganz bewusst aus.
So habe ich mein persönliches Mantra für den Moment oder auch länger. Es begleitet mich, solange ich es brauche und kann jederzeit angepasst werden.

Meditation im Einklang mit dem Leben
Diese Meditation habe ich von meiner lieben Yogalehrerin Diana, die sie „Meditation des furchtlosen Herzens“ genannt hat. Ich habe sie etwas abgewandelt für mich. Manchmal schaffe ich es nicht, mich hinzusetzen und in Ruhe zu meditieren. Meine Tochter schläft am liebsten im Kinderwagen und in Bewegung, also atme ich oft bei unserem Spazierschläfchen ganz bewusst das ein, nach was ich mich sehne und aus, was ich loswerden möchte. Ich komme damit tatsächlich schnell zur Ruhe. Durch die Konzentration auf mein Mantra und meinen Atem schiebe ich die anderen Gedanken zur Seite.
Bei mir funktioniert Meditieren bei einem Spaziergang ehrlich gesagt manchmal sogar besser als alleine im Stillen. Mir tut die frische Luft gut und ich kann in dem Moment sowieso nichts anderes machen, da meine Tochter sonst eben nicht schläft. Also bin ich sogar ruhiger als zu Hause -zwischen Wäsche und Spielzeugchaos meditiert es sich nicht so gut.

Warum „furchtloses Herz“?
Nach einigen Atemzügen passiert etwas ganz Zauberhaftes Tantrisches. Ein- und Ausatmung gehen in einander über und so auch die Worte. Auf einmal atmet man auch das vermeintlich negative Wort ein und das positive aus. Tantra kennt kein Gut oder Schlecht – alles ist ein Teil von dir und alles sollten wir akzeptieren. Alles gehört zu uns. Furchtlos lassen wir alle Facetten von uns in unser Herz.